LADAKH
Fotografien von / Photographs by Heidi Fischer-Klages

Ladakh "Land der hohen Pässe"
Zwischen den Falten des Westhimalaya auf durchschnittlich 3500m Höhe und am Schnittpunkt uralter Karawanenwege und Pilgerpfade nach Kaschmir, Indien und Tibet gelegen, konnte Ladakh eine einzigartige Kultur entwickeln. Sein historisches Erbe reicht über 1000 Jahre zurück. Von der Mitte des 10. Jahrhunderts bis zu seiner politischen Angliederung an Indien im Jahre 1834 war Ladakh ein eigenständiges Königreich, das kulturelle und spirituelle Verbindung mit Zentraltibet pflegte. Infolge der zunehmenden Spannungen zwischen Indien und Pakistan, der chinesischen Invasion Tibets und der Besetzung der Aksai Chin Region seit 1962, wurde Ladakh zu Indiens strategisch wichtigster Zone.
Seit 1974 ist Ladakh für den Tourismus geöffnet und war zunächst nur über Militärstraßen von Srinagar aus zu erreichen. Aufgrund seiner langen Abgeschiedenheit zählt es heute zu einer der letzten funktionierenden Kulturen des tibetischen Mahayana Buddhismus, deren geistlicher Führer der Dalai Lama ist.
Die zahlreichen in den Tälern des Indus verstreuten Klöster geben einen Einblick in die Vergangenheit und bezeugen die Lebendigkeit der buddhistischen Tradition des Lamaismus in der gegenwärtigen Kultur der Ladakhi, der all ihre Lebensbereiche von der Geburt bis zum Tod durchdringt.
Das Leben in der kargen Hochgebirgswüste Ladakh ist von den Jahreszeiten bestimmt. In dem acht Monate dauernden Winter können die Temperaturen nachts bis auf 40 Grad Minus sinken und der Boden ist hartgefroren. Der Sommer ist kurz und heiß mit Temperaturen bis zu 35 Grad. Da die Monsunwolken von den hohen Bergketten aufgehalten werden, gibt es kaum Regen. Ein ausgeklügeltes System von Kanälen führt Schmelzwasser durch die Täler bis in die Dörfer zur Bewässerung der Felder, auf denen hauptsächlich eine besondere Art von Gerste angebaut wird, der es gelingt, in der kurzen Vegetationsperiode zur Reife zu gelangen.
Noch vor 20 Jahren bestand die große Mehrheit der Ladakhi aus selbständigen Bauern, die in verstreut liegenden Siedlungen lebten. Doch das Bild wandelt sich rapid. Viele junge Leute ziehen in die Hauptstadt Leh, wo der Tourismus zu einer boomenden Branche geworden ist. Sie wollen nicht mehr zuhause den Hof bewirtschaften, sondern an der Entwicklung nach westlichen Vorstellungen teilhaben und Geld verdienen.
Ladakh das ist Faszination zwischen Mittelalter und moderner Technologie.
E-Mail an Heidi Fischer-Klages
Hier noch ein Link zu einer Ladakh-Website: http://www.ladakh-himalaya.com/

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